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Die Ge­schichte und Technik hinter dem Ketten­hemd aus Dosen­clips

Beim Erschaf­fen eines normalen Ketten­hemds ist die Idee ent­standen, dass Flecht­muster auf Dosen­clips zu über­tragen. Ab­gesehen von wenigen Besonder­heiten, welche durch die Ver­wendung von Dosen­clips bedingt sind, ist die Her­stel­lung identisch zu einem normalen Ketten­hemd.

Mit der Her­stel­lung des Ketten­hemds aus Dosen­clips habe ich An­fang 2015 be­gonnen. Schnell hat sich heraus­kristal­lisiert, dass die Beschaf­fung des Materials die auf­wändigste Auf­gabe ist. Jeder einzelne Dosen­clip stammt von einer Dose, welche von jemanden aus meinem Freundes-, Bekannten­kreis oder von mir kon­sumiert worden ist. Für die reich­liche Unter­stützung bedanke ich mich hier noch einmal ex­plizit.

Gerade in der Anfangs­zeit habe ich viel während Zug­fahrten am Ketten­hemd ge­arbeitet. Leider musste ich sehr oft Auf­grund von Dosen­clips­mangel die Arbeit unter­brechen. Je weiter das Ketten­hemd fort­geschrit­ten ist, desto mehr Leute haben an­ge­fangen für mich Dosen­clips zu sammeln. Ich freue mich immer über Unter­stützung bei weiteren Projekten.

Die Fertig­stel­lung des Ketten­hemds erfolgte am 28.06.2016.


Datenblatt

Gewicht

4,2 KG

Dosenclips

3.987

Ringe

Verzinkter Eisendraht
1,8mm Drahtstärke
10mm Innendurchmesser

Die Technik auf der das Ketten­hemd basiert

Das Ketten­hemd besteht aus Eisen­draht­ringen sowie Dosen­clips, welche nach dem euro­päischen 4 in 1 Flecht­muster zu­sammen­gefügt sind. Nor­maler­weise werden bei diesem Flecht­muster immer vier Ringe in einen ein­ge­hängt.

In­dem immer ein Ring in vier Dosen­clips, be­ziehungs­weise in einem Dosen­clip vier Ringe ein­ge­hängt werden, kann dieses Flecht­muster adaptiert ver­wendet werden. Um die Sym­metrie zu wahren, wird der ge­öffnete Ring zuerst von hinten in das größere Loch von zwei Dosen­clips ein­ge­hängt. Da­rauf­hin werden zwei weitere Dosen­clips mit der Rück­seite zu­erst in den Ring ein­gehängt. Dies ist auf dem nächsten Bild zu sehen.

Nach dem Schließen des Rings, ist der Grund­stein für das Ketten­hemd gelegt. Zum Er­weitern wird einfach ein Ring durch zwei der Dosen­clips ge­führt. Da­nach kann das Ge­flecht um zwei weitere Dosen­clips er­gänzt werden.

Mit­hilfe dieser Tech­nik wächst das Ge­flecht lang­sam weiter. Sie ist die Grund­lage für das ge­samte Ketten­hemd. Bei dem Ge­flecht über­lap­pen sich die Dosen­clips, wo­durch diese nur in einer Richtung sym­metrisch zu­sammen­ge­fügt werden kön­nen. Dies muss un­be­dingt be­achtet werden, sobald einzelne Stücke separat ge­fertigt werden.

Eine An­leitung zum euro­päischen 4 in 1 Flecht­muster be­findet sich hier. An­leitungen zum Her­stel­len von Ringen, unter­schied­lichen Flecht­mustern, Ket­ten und anderen "Schmuck" kön­nen auf der Web­seite von Achim ge­funden werden.

Wie der Aufbau des Ketten­hemds in der Theorie funk­tioniert

Im ersten Schritt zum Ketten­hemd steht die Fertig­ung zweier größerer Stücke für den Torso an. Die Muster werden idealer­weise be­reits in diese Stücke ein­arbeitet. In der Breite soll­ten die Stücke der Hälfte des Körper­umfangs ent­sprechen. Die Länge kann auch schon ent­sprechend der ge­wünschten Länge an­ge­passt werden. Es ist sinn­voll, eine groß­zügige Aus­sparung für den Kopf direkt mit zu be­rück­sichtigen. Der Kragen wird später noch an­ge­pas­st, sodass dieser auch optisch an­sprechend wird.

Die Stücke werden an den Schultern mit­ein­ander ver­bunden, worauf der Absatz Hoch­zeit des Torso eingeht. Der da­durch ent­standene Pon­cho kann an den beiden Seiten ge­schlos­sen werden. Hierbei ist zu beachten, dass für die Arme eine Aus­sparung bleibt.

Die Arme ent­stehen, in­dem das Flecht­muster an der Aus­sparung ein­fach weiter­geführt wird. Oben und unten werden die beiden Seiten wie bei der Hoch­zeit des Torso mit­ein­ander ver­bunden.

Generell ist es bei allen Arbeits­schrit­ten nicht schlimm, wenn die Stücke am Anfang noch nicht den Maßen ent­sprechen, da sich das Ge­flecht jeder­zeit an­passen lässt.

Ein­arbeitung der Muster ins Ketten­hemd

Mit­hilfe von goldenen Dosen­clips sind die Muster im Ketten­hemd zustande ge­kom­men. Außer­dem sind der Kragen, der Ärmel­abschluss sowie der Saum mit den goldenen Dosen­clips ver­ziert. Hier­bei ist da­rauf zu achten, dass es sich beim Material der Dosen­clips um eine Legierung handelt. Wenn diese nur lackiert sind, ver­lieren Sie sehr schnell ihre Farbe.

Um die Muster direkt sauber ein­arbeiten zu kön­nen, kann hier­zu sehr ein­fach eine Skizze am Computer ent­worfen werden. Dies ist mit ein­fachsten Grafik­program­men möglich, da ein Dosen­clip in etwa dop­pelt so hoch wie breit ist. Unten sehen Sie meine Ent­würfe und die ent­sprechende Um­setzung.


goldener Dosenclip ´

Hoch­zeit der Torso­stücke

Die beiden Stücke, welche im Ab­schnitt Wie der Aufbau des Ketten­hemds in der Theorie funktioniert be­schrieben wurden, werden später an den Seiten mit­einander ver­bunden. Daher laufen diese oben mit ent­gegen­gesetzten Flecht­muster zu­sammen. An der folgenden Auf­nahme eines Bei­spiel­geflechts ist zu sehen, wie dies aus­sieht. Hier­bei ist leicht ersicht­lich, dass die Stücke nicht ein­fach mit einer Ring­reihe ver­bunden werden kann.

Als Lösung für dieses Pro­blem wird eine um 90° ver­setzte Dosen­clips­reihe ein­gesetzt. Diese wurde in den folgenden Auf­nahmen mit goldenen Dosen­clips realisiert. Da­durch wurde eine saubere Ver­bindung ge­schaf­fen, welche sich gleich­zeitig vom Design her abhebt.

Die Ent­stehung der Ärmel

Die Ärmel sind da­durch ent­standen, dass die obersten 10 Dosen­clips­reihen fort­geführt wurden. Die Ärmel haben so­wohl oben, als auch unten die Ver­bindung der beiden Seiten mit­hilfe einer 90° ver­setzten Dosen­clips­reihe. Diese wurde im vor­herigen Absatz be­schrieben.

Unter­halb der Ärmel wurde der Pon­cho an beiden Seiten ein­fach mit­ein­ander ver­bunden. An dieser Stelle kann schon von einem Ketten­hemd ge­sprochen werden.

Wie aus der Kopf­aus­sparung ein ästhetischer Kragen wird

Bis­lang hat­te das Ketten­hemd ein vier­eckiges Loch für den Kopf. Da dieses weder sehr praktisch noch ästhetisch ist, be­kom­mt das Ketten­hemd einen Kragen aus goldenen Dosen­clips.

In­dem von Oben nach Unten pro Reihe im­mer ein Dosen­clip hin­zu­gefügt wurde, ist auf der Vor­der­seite ein Kragen in V-Form ent­standen. Damit die Dosen­clips stabil im Ge­flecht bleiben, sind die äußeren Dosen­clips im­mer mit drei Ringen be­festigt.

Wer sich den mensch­lichen Körper genau anschaut, wird fest­stel­len, dass der Kopf nicht mit­tig auf dem Körper sitzt. Dieser ist leicht nach vorne ver­setzt. Daher wurde beim Ketten­hemd das Ge­flecht auf der Rückseite bis zwei Reihen vor der Hoch­zeits­reihe geschlossen. Für diese beiden Reihen wurde die selbe Technik wie auf der Vor­der­seite ver­wendet.

Da­nach kom­mt eine gerade Kante. Leider haben die Dosen­clips bei diesem Ab­schluss noch sehr viel Spiel. Es sieht nicht nur unschön aus, wenn sich die Doseclips ver­schieben, sondern kann auch un­an­ge­nehm sein. Damit die Abschluss­reihe stabil bleibt, wurde in diese eine weitere Ring­reihe durch das obere und untere Loch der Dosen­clips gezogen.

Der Saum des Ketten­hemds und wie man darin be­weglich bleibt

Damit das Ketten­hemd beim tragen genug Be­wegungs­frei­heit bietet, sind die Seiten nicht bis ganz nach unten ge­schlossen. Da­durch ist es möglich ohne Ein­schränkungen zu laufen. Des Weiteren er­möglicht diese Maß­nahme, dass hin­setzen mit dem Ketten­hemd.

Beim Saum wurde eine weitere Reihe aus Ringen in die Dosen­clips ein­ge­hängt. Da­durch bildet der Saum einen sauberen Ab­schluss.

Kommentare


hallohallo!! sieht ja echt extrem edel aus dafür dass es bloss dosenclips sind !! nachdem ich bereits seit jahren ein klassisches kettenhemd selbst machen will bin ich jetzt auf erneuter suche im i-net auf diese tolle idee gestossen !! muss nur noch sehen wo ich genügend clips herbekomme da bei uns niemand dosenkonsument ist und die unregelmässigen von tierfutterdosen sehen vielleicht nicht so edel aus !! speziell auch die variante mit den unterschiedlichen farben echt klass !!! gratulation für dieses gelungene kunst(hand)werk !!! es grüsst eine mittelalter-, handwerks- und metallbegeisterte

Nadja

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